Intel SSD 320 Series – Probleme beim Zugriff auf Festplatte beheben

Nach nun fast 2 Jahren Einsatz der SSD in meinem Lenovo IdeaPAD U160 Subnotebook hing letztens der Rechner und ließ sich nicht mehr steuern. Der Mauszeiger war das einzigste was noch funktionierte. Was mir auffiel war, dass die Festplattenlampe permanent leuchtete und nicht flackerte. Da der Rechner nicht mehr funktionierte war ein hartes “Off” nur durch drücken des Power-Schalters für 10 Sekunden der letzte Weg.

Beim erneuten Hochfahren verschluckte sich Windows und das Notebook bootete erneut, nun startete er allerdings im “Windows 7 Systemreparatur-Modus” und versuchte sich zu reparieren, bzw. im Windows wieder Ordnung zu schaffen. Dabei leuchte die Festplattenlampe dauerhaft. Nach 2 Stunden wurde es mir zuviel und ich startete den Rechner nochmal auf die Harte Tour. Wieder das selbe, ich gab der Reparatur eine Nacht und ……. nichts änderte sich.

Am nächsten morgen dann kein positiveres Bild.

Nun mal ein Blick in das Internet und siehe da mit der “Intel® Solid-State Drive 320 Series” gab es schon mehrfach Probleme. Nun las ich, dass wenn man einen harten “Power-Off” (durch 10 sekündiges Drücken des An-/Aus-Schalters), ggf. die Platte nicht wieder anspringt, bzw. nur eine größe von 8MB anzeigt. Ich entschloss mich daraufhin die aktuellste Firmware herunterzuladen und über einen 2GB-USB-Stick zu installieren.

Auch Festplatten haben ein “BIOS” und das kann mal besser mal schlechter sein. Ein BIOS Update einer festplatte sollte man eigentlich nur dann durchführen, wenn das Update wirklich Probleme beseitigt. Auf jeden Fall vorher DATENSICHERUNG durchführen. Die Datensicherung ging bei mir natürlich nicht (wo keine festplatte sichtbar, da kann nicht gesichert werden), aber das letzte Backup (7 Tage alt) lag ja auf dem Windows Home Server (Dies ist der einzige Aspekt / Produkt, wo ich ein großes Danke an Microsoft sende).

Vorbereitung und Durchführung für das Firmwareupdate (an einem anderen PC):

  1. Herunterladen von UNetbootin, einem kostenfreiem Open-Source-Tool zum kopieren von ISO-Dateien auf einen USB-Stick / SD-Karte, damit hinterher von Stick gebootet werden kann.
  2. Herunterladen der neuesten Firmware für die Serie 320 SSD aus dem Intel-Download-Center (und nehmen Sie die Hinweise als PDF gleich mit)
  3. UNetbootin starten und wie in der Abbildung  vorgehen (siehe rote Kreise)
    Die 4 eingekreisten Punkte durchgehen (besonders wichtig Punkt 3 – Kontrolle des Laufwerksbuchstaben)

    Unetbootin Settings für Intel SSD 320 Firmwareupdate

    Unetbootin Settings für Intel SSD 320 Firmwareupdate

  4. Nach dem OK startet UNetbootin und überschreibt den USB-Stick / die SD-Karte
    (Achtung: Auch hier gilt immer vorher scheuen was auf dem Stick ist und ggf. sichern!!)
    … und warten, das UNetbootin fertig wird. Am Ende auf Beenden klicken (Neustart braucht Ihr nicht).
  5. Nun den USB-Stick an den Rechner mit der “defekten” SSD stecken und einschalten.
    Im Boot-Vorgang muss meist die F12-Taste gedrückt werden, um ein Startmedium auszuwählen.
    Wenn ihr nicht so schnell lesen könnt, startet den Rechner einfach ein paar mal neu und lest die (meist) untere Zeile.
  6. Nun bootet der Rechner vom USB-Stick und dies kann etwas länger dauern, da der USB-Stick nicht so schnell ist wie die Festplatte
    Nach dem booten, muss man die Bedingungen akzeptieren und dann wird auf einem Screen die aktuelle und die neue BIOS-Versionsnummer angezeigt.
    Hier nun auf Starten klicken und der Vorgang beginnt. Dies hat bei meinem Notebook ca. 30 Sekunden gedauert.
  7. Am Ende steht der Neustart, vorher bitte  den USB-Stick wieder abziehen und den Rechner normal starten lassen. Bei mir hat der Rechner noch einmal die Systemreparatur durchgeführt, den Fehler beseitigt und normal neu gestartet.

Voila, das war’s. Mein Rechner ist wie vorher, nichts ging verloren.

Wenn es Euch hilft oder Ihr fragen habt, meldet Euch gerne mit einem Kommentar zu diesem Artikel

 

UPDATE 15.08.2013

Nach ein paar Bootvorgängen war dann doch Schluss mit der SSD. Sie bootete nicht mehr, wurde aber im BIOS erkannt.

Also wer mit obiger Methode die Platte zum laufen bekommt, sollter erstmal eine Sicherung durchführen, damit die Daten gerettet werden!!!

Nach über 24 Monaten kann mir der Verkäufer nicht mehr helfen und ich musste mich an Intel wenden. Die Eröffnung eines Tickets bei Intel über das Web wurde nach 5 Tagen noch nicht beantwortet. Also suchte ich die Telefonnummer (Deutschland = 069 9509 6099 / anscheinend auch für Österreich und Schweiz, da keine separaten Nummern aufgeführt sind)  heraus und der freundliche Mitarbeiter meinte ich solle das Intel SSD-Toolkit herunterladen und die Platte an den PC anschließen (egal ob über USB-SATA-Bridge oder intern an SATA) und einen WipeDisk / SaveErase durchführen, dabei würde ein Low-Level-Format durchgeführt, welches die Platte “wie Neu” macht. Ging aber nicht, die Platte war im Intel SSD-Toolkit nicht zu finden.

Nach erneutem Anruf hat Intel mir eine Rücksendeadresse in den Niederlanden gegeben und DHL-Express beauftragt die Platte abzuholen. Achtung, hier kommt der “Paketschein” von DHL und man muss ihn mit dem Abholer ausfüllen und dabei die Auftragsnummer draufschreiben. Eine Kopie bekommt man ausgehändigt.

… So nun warten wir auf das neue Gerät, bis bald

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