Dashcam im Freelander 2
Rückspiegel Dashcam im Freelander 2 – Warum?
Durch unseren Heckausbau für das Dachzelten ist der Kofferraum bis oben hin gefüllt und der Blick in den Rückspiegel endet an der Kopfstütze der Rücksitzbank. Da die seitlichen Rückspiegel nicht alles hinter einem zeigen, vor allem beim Einparken, ist eine weitere optische Hilfe nicht schlecht.
Im Internet, gab es „Rückspiegelkameras“, ich habe mir die Pakete angesehen und alle haben eine DashCam mit integrierten Farb-Display und einer separaten Kamera mit Kabelanschluss. Einige sind bloße Kästen, andere haben die Form eines Rückspeigels.
Ich habe mich dann für die WOLFBOX G930 für 149,-€ (August 2024) entschieden. Warum?
Folgende Vorteile habe ich gesehen:
- 4K Front-Kamera
- Full-HD (2K) Heckkamera
- Kamerakabel Heckkamera ist lang genug (~6m)
- 24h Parkraumüberwachung
- Displaygröße mit Rückspiegel identisch
- eigenes GPS mit Geschwindigkeitsanzeige im Monitor
- Monitor-Aus-Taster mit abgedunkeltem Spiegel
Zusätzlich habe ich mir das passende Hardwire-Kit für 24,99€ (August 2024) bestellt und die Kabel alle „unsichtbar“ im Dachhimmel und der rechten A-Säule verlegt und an den Sicherungskasten unter dem Handschuhfach angeschlossen.
Mit dem Ergebnis bin ich voll auf zufrieden. Aber nun zu der Installation und dem Ergebnis.
Installation
Die Installation des Farb-LCD-Bildschirm mit der DashCam vor dem Rückspiegel ist sehr einfach.
In der Packung liegen 2 kurze (Rückspiegel ohne automatische Abblendung) und 2 längere (Rückspiegel mit automatischer Abblendung; dicker) Gummibänder bei. Im Freelander braucht es die längeren und die sitzen dann auch recht stramm.
Anschluss gesucht:
Nun muss das ganze ja angeschlossen werden.
Da sind 3 Anschlüsse auf der Oberseite: Stromversorgung mit USB-C Anschluß, GPS und die separate Rückfahrkamera.
Ich habe den GPS-Empfänger (Zuleitung ca. 2m) vorne rechts auf dem Armaturenbrett an der A-Säule an der Scheibe befestigt. Grund ist der bessere Empfang hinter Glas, als unter Blech.
Den 12V-Daueranschluß mit dem Hardwire-Set habe ich am Sicherungskasten unter dem Handschuhfach angeschlossen. Dafür musste ich die Sonnenblende der Beifahrerseite demontieren und den Dachhimmel anlösen, sowie die Innenverkleidung der rechten A-Säule demontieren um die Kabel zu verlegen.

Die Rückfahrkamera wurde oben innen an der Heckscheibe montiert.
Der hohe Befestigungspunkt ermöglich eine gute Sicht nach hinten, wenn man einen Anhänger oder Fahrräder auf der AHK transportiert.
Ausserdem muss ich nicht durch das Blech nach aussen.
Das Kamerakabel ist mit knapp 6m Länge lang genug und wurde durch einen Schlauch der Heckklappe (rechte Seite oben) in das Fahrzeugdach geleitet und dort mit einem Kabel an die Rückfahrleuchte angeschlossen (Verbinder hierfür ist nicht beigelegt!) Ich nutze hierfür WAGO-Klemmen und isoliere diese mit schwarzem Gewebe-Tape. Um das Kabel nach vorne zu führen, muss man nur die Gummidichtungen der Türausschnitte oben abziehen und das Kabel durchschieben, wenn man hier vorbei ist, kann man die Gummidichtung wieder aufstecken. Auch die A-Säule kann man durch abziehen der Türgummidichtung ausdehnen um das Kabel dahinter zu verlegen.
Suche Strom, wo anschließen?
Da die DashCam ja als Rückspiegel, als DashCam (also beim fahren) und auch als Parkraumüberwachung (abgestelltes Fahrzeug, Zündung aus) dienen soll, muss das Hardware-Set 2 mal angeschlossen werden.
1. an 12V Dauerstrom zur Parkraumüberwachung
2. an 12V Strom bei Zündung ein.
Und hier war das Problem, wie oder wo anschließen. Das Anschluß-Set hat Stromdiebe dabei. Diese steckt man in einen Sicherungsplatz und die zuvor entnommene Sicherung wiederum in den Stromdieb. Eigentlich eine einfache Sache, aber wann liegt auf welcher Sicherung 12V Strom an?
Gar nicht so einfach wie gedacht, wenn man die Türen entriegelt, werden alle Anschlüsse am inneren Sicherungskasten unter Strom gesetzt. Welches hat nun Dauerstrom und welcher nur bei Entriegeln oder Zündung AN. Sich einfach ins Auto setzen und von innen verriegeln geht nicht, denn die Bordelektronik fährt viele System erst nach einiger Zeit herunter. Im Freelander 2 teils erst nach 30 Minuten. So lange will man ja nicht warten. Also muss man teils wissen, welche Dinge Dauerstrom haben und welche nicht.
Schaut man auf den Sicherungsbelegungsplan des Fahrzeugs, kann man vielleicht einen passenden Anschluss finden. Sicherungen für Benzinpumpe oder Rückfahrscheinwerfer werden sicherlich abgeschaltet, die Innenbeleuchtung oder die Alarmanlage sicherlich eher nicht. Also muss man probieren.
Mein Tipp hierzu: Kauft Euch noch 3-5 weitere Stromdiebe und klemmt an jede ein 2m Kabel dran. Lasst die Seitenscheibe offen und legt die Kabel nach aussen. Nun schließt das Fahrzeug (mit offener Seitenscheibe) ab und wartet mal 15-30 Minuten, dann misst man die Kabelenden gegen Masse auf 12V. Alle Kabel die jetzt noch unter Strom stehen werden markiert (zB. Knoten ins Kabelende oder Klebeband) und können dann später zum passenden Sicherungskasten zugeordnet werden.
Der Anschluss und die Kabelführung könnt Ihr selber leicht vornehmen. An allen Stellen, wo ggf. scharfkantiges Blech liegt umwickelt bitte die Kabel mit schwarzem Gewebe-Isolierband. Wenn möglich fixiert Kabelverläufe mit Kabelbindern, damit sie sich möglichst bewegen..
Nutzung des Spiegels
Kommen wir nun zum Leben mit dem Bildschirmspiegel.
Der Blick in den Spiegel ermöglicht die Sicht nach hinten, nach vorne (sieht man ja eh) oder beide Blicke gleichzeitig.

Im Spiegel ist links (sehr klein) die GPS-Geschwindigkeit und rechts Uhrzeit, Datum und Wochentag sichtbar.
Der rote Punkt links zeigt an, dass die Kameras aufnehmen. Hier im Loop-Modus mit 3 Minuten.
Der Blick nach hinten ist natürlich anders, weil man den Blick ab der Heckscheibe hat und nicht mit Innenraum und dann durch die Heckscheibe. Der optische Blickpunkt hat sich halt 3m nach hinten verlagert, ist aber nach ein paar Tagen nicht mehr „spürbar“.

Schaltet man den Bildschirm aus, ist die Bildschirmoberfläche ein dunkler Spiegel und wirkt wie ein abgedunkelter normaler Rückspiegel.

Wenn man die hintere Kamera korrekt an die Rückfahrleuchte angeschlossen hat, dann schaltet sich der Bildschirm vom (verschiebbarem) Rückblick (beim einlegen des Rückwärtsgangs) in eine Vollbild Rücksicht mit Farbmarkierungen für die Fahrzeugstrecke. Diese muss man aber an das eigene Fahrzeug anpassen. Dazu nimmt man 2 gute farbliche Markierungen am Boden (rote Lackschuhe, Spielzeugkegel, …) in der Verlängerung des Fahrzeugs auf 3m und passt dann die Rahmenendpunkte auf dem Bildschirm an die Markierungen an. Dieses hilf später beim Einparken sehr.
Die Kameralinse nach vorne ist im Gehäuse noch etwas verstellbar (ca.20%) und sowohl den Spiegel-Bildschirm, als auch das Bild nach vorne optimal einzustellen.
Gesamtzeit für den Einbau?
Da einiges für mich neu war, lag die Gesamtdauer für Einbau und Montage ca. bei 2h. Wer mehr Erfahrungen am Auto hat schafft das sicherlich auch schneller.
