Abschied von Windows – Hallo Apple, Hallo Linux
Im Oktober 2025 hat Microsoft den Support für Windows 10 beendet. Die Frage war wohin? Umstieg auf Windows 11 oder gar woanders hin…
Viele Rechner mit CPU’s von Intel aus den Jahren ab 2018 sind Windows 11 kompatibel, wenn der PC auch TPM 2.0 und Secure Boot unterstützt. Da viele Menschen Ihre Computer lange nutzen, sind viele der PCs nicht mehr Windows 11 fähig. Neue Hardware ist teuer, gebrauchte (zB Leasingrückläufer aus Firmen) Computer sind ab Frühjahr 2025 am Gebrauchtmarkt im Preis stark gestiegen. So kostete ein HP Protest 600 G9 im Frühjahr 2025 ca. 280€ und aktuell um die 500€. Ein weiterer Grund ist aktuell der stark gestiegene Preis von Speicher (RAM oder SSD), dieser macht auch neue PCs aktuell 20%-40% teurer.
Also was tun?
Beruflich nutze ich natürlich Windows, weil es der Arbeitgeber vorschreibt. Im folgenden beschränke ich mich aber auf die private Nutzung.
Bereits 2014 bin ich mit dem primär PC auf Apple MacBook mit macOS Betriebssystem umgestiegen, weil mir Windows zu instabil war. Wegen meiner nebenberuflichen Tätigkeit im IT Bereich, muss ich noch einen Windows PC nutzen für die Programmierung von VBA in Excel. Alle weiteren Dinge kann ich problemlos mit dem MacBook machen.
Wo sind die Unterschiede zwischen MacOS und Windows?
Windows bekommt andauernd Sicherheitsupdates, Treiberupdates, …. Also ist ein wöchentlicher Update und meist auch ein Neustart notwendig. Viele BIOS Updates werden von den Herstellern nur unter Windows installiert (HP zB kann das auch über das BIOS selber durchführen).
Beim MacOS gibt es auch Updates / Sicherheitsupdates, aber das ist seltener und lief bisher ohne Probleme.
Schauen wir auf die Bedienung. Im Grunde ist alles „ähnlich“. Ich habe eine Startleiste (Taskleiste / Dock) mit Apps und klicke drauf, App startet. Apple hat viele Dinge im System, welche ich beim Windows PC mit zu installierenden Apps ergänzen muss. Einige Tastenkürzel sind identisch, andere anders, aber kann man sich alles nach einer recht kurzen Einarbeitungszeit aneignen. Die Bedienung von Windows hat man ja auch nicht von heute auf morgen gelernt.
Weitere Alternativen
Da ich mein MacBook nicht mit zum campen mitnehmen will, habe ich eine günstige transportable Lösung gesucht. Mit einem HP 612 X2 G2 (Tablet PC mit Touchscreen und Stift, Tastatur und Mousepad) fand ich einen supergünstigen Rechner (200€), der natürlich nicht Windows 11 fähig ist.
Mit einem Script (Tiny11) und einer Windows 11 Installationsdatei (iso), kann man ein entschlacktes Windows 11 erstellen und auf älterer Hardware zum laufen bekommen. Natürlich bekommt man für ältere Hardware häufig auch keine Windows 11 Treiber mehr (häufig funktionieren die Windows 10 Treiber trotzdem), aber auf dem HP X2 funktionierte alles ohne Probleme. Sogar BIOS Updates von 2023 gab es noch.
Da Windows 11 nicht mein Ziel war, wollte ich auch Linux probieren. Ich habe mich bei den üblichen Distributionen auf deren Webseiten umgesehen. Oberstes Ziel war hier nicht die schönste Oberfläche zu bekommen, sondern das stabilste System mit der vollen Funktionalität. Das Linux wurde als zweite Bootoption installiert, so das ich für BIOS Updates noch auf Windows zugreifen kann.
Zuerst habe ich den Platzhirsch Ubuntu ausprobiert. Lief soweit gut, aber die „Klinik-Bunti“ Oberfläche sagte mir nicht zu. Danach habe ich die Version LinuxMint 21 ausprobiert. Lief ca. 4 Monate stabil und unterstütze alle Funktionen. Aber mit einem Update des Systems lief auf einmal der Stand-By Modus nicht mehr und ich musste den Rechner immer Neustarten. Das ist so nicht akzeptabel und hatte sich mit dem nächsten Update auch nicht erledigt.
Daher bin ich dann bei ZorinOS gelandet. Alle hier getesteten Distributionen basieren auf Debian, aber sie unterscheiden sich untereinander trotzdem. ZorinOS entstand als System für schwache Rechner, welche an geflüchtete gegen werden sollten und leicht wartbar sind.
Mit ZoriOS lief auf dem HP X2 alles auf anhieb. Touchscreen, Stiftbedienung, Stand-By, … Auch nun nach über 12 Monaten mit allen Updates. Das System ist schnell und flutscht.
Einzig das Z-Symbol beim Start des Systems irritiert ein wenig, da das Z ja auch auf russischen Panzern steht. Aber Zorin ist älter und das kann man akzeptieren. Die Entwickler kommen ursprünglich aus der Ukraine und haben das System 2009 gestartet.
Kann ich meine Windows Anwendungen unter MacOS / Linux weiter verwenden?
Jaein…
Was sind denn die typischen Anwendungen die fast jeder nutzt? Microsoft Office, Browser, Mail-Programm, WhatsApp, Dateimanager, Acrobat Reader, ….
Die gute Nachricht vorweg: Für alles gibt es eine Alternative oder sogar die passende Version der Windowsanwendung.
Mit OpenSource Software spart man sich auch die Lizenzkosten und profitiert von der Weiterentwicklung der Community.
- Microsoft Office gibt es für Windows und macOS, also kein Problem, wenn man bei Microsoft bleiben möchte und die Lizenz kauft. Alternativ gibt es für alle Betriebssysteme LibreOffice, ein OfficePaket mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation Modul. Im Leistungsumfang steht LibreOffice dem Microsoft Paket in nichts nach. Auch das Microsoftformat (*.xlsx, *.docx, …) wird zu über 99% unterstützt. Selbst die Optik lässt sich einstellen und kann aussehen wie Office 2003 oder Office 2021. Das einzige was fehlt ist der Email-Client (Outlook).
- Outlook als Email-Client. Outlook gibt es nur für Windows und MacOS, aber es gibt Thunderbird als weit verbreitete Alternative. Ja, die Nutzung ist etwas anders, aber die normale Nutzung wird aus meiner Sicht zu 100% unterstützt. Auf MacOS ist MAIL das Standardprogramm, auch das Programm läuft Apple-typisch sehr rund. Weitere Alternative sind über die Google Suche zu finden.
- Browser: Standard bei Windows 11 ist EDGE, aber die meisten nutzen Chrome oder Firefox, bzw. weitere Alternativen. Selbst EDGE basiert auf Chromium von Google. Die Alternativen sind fast alle unter allen Betriebssystemen verfügbar und funktionieren wie die Windows Versionen.
- Messenger: Unter allen Betriebssystemen sind die original Apps oder Alternativen verfügbar. Unter Linux kann man ZapZap als Alternative mit WhatsApp nutzen.
- Videokonferenzen: Teams von Microsoft läuft auch im Browser, man benötigt keine App. Zoom gibt es auch für alle Betriebssysteme, …. Also auch hier Entwarnung.
- Dateimanager: Der Dateimanager (Explorer) unter Windows ist Standard, genauso wie der Finder unter MacOS. Ja die Bedienung unterscheidet sich etwas, aber das Dateimanagement funktioniert. Unter Linux gibt es viele Dateimanager, da kann man sich das passende aussuchen und dann nutzen.
Fazit
Es geht und es geht gut, ein Weggang von Windows ist nicht nur möglich, sondern sogar sehr leicht.
Installationsanleitungen für Linux gibt es im Internet frei verfügbar, einfach suchen hilft hier immer weiter.
Ich bin mit MacOS und ZorinOS glücklich, alles funktioniert ohne große Eingriffe und ich kann alles erledigen, was ich benötige.
Ein MacBook ist in der Anschaffung teurer als ein Windows Gerät, aber durch eine wesentlich längere Nutzung relativiert sich der Anschaffungspreis rasch. Gebrauchte Busisness-PCs sind günstiger als einfache Neugeräte und halten auch noch lange.
Es gibt also Alternativen. Für jeden ist also was dabei.
- Ein neues Windows-Notebook kostet ca. 700€, dazu eine Microsoft Office Home Lizenz für 150€, … nach 5 Jahren meist nicht mehr so brauchbar. Kosten pro Jahr dann 170€
- Ein MacBook Air kostet 1200€, Software ist dabei, hält 7-8 Jahre. Kosten pro Jahr ca. 170€.
- Ein MacBook Neo (das neue) kostet 699€, Software ist dabei, Nutzungsdauer 5 Jahre. Kosten pro Jahr ca. 140€.
- Ein gebrauchtes Business Notebook aus 2020 kostet ca. 400€, Linux und OpenSource ist umsonst und das hält auch noch 3-5 Jahre. Kosten pro Jahr ca. 100€.
Probiert es einfach mal aus.
