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Raum zu warm? Kühlen mit Rettungsdecken

Bei der Hitze im Sommer, werden alle Räume wärmer und wärmer… und man weiß nicht wie man diese kühl halten kann.

Warum werden Räume viel wärmer im Hochsommer?

Gehen wir mal davon aus, dass Ihr kein Fenster öffnet und die Türen geschlossen bleiben. Warum wird es dann wärmer?

Ganz einfach, es gibt primär 2 Einfallstore. 

  1. Das Mauerwerk oder die Dachkonstruktion und
  2. Die Fenster.

Wenn Die Sonne (und die Lufttemperatur draußen) auf Dach und Mauerwerk wirken, dann heizt sich diese immer mehr auf. Wohin soll die Wärme, natürlich dahin, wo es kühler ist und das ist der Innenbereich. Das geht natürlich nicht so schnell, aber auch nicht so langsam, wie man denkt. Je dicker die Wand oder Dachkonstruktion, desto länger dauert es. Das sieht man bei alten Steinhäusern ganz gut, draußen warm, drinnen kühl.

Wie kommt die Wärme ins Innere

Ein gutes altes dickes Mauerwerk oder ein modernes gut hinterlüftetes Mauerwerk, kann da schon einiges abhalten.
Im Dach sieht es meist anders aus. Die Dachziegel sind gute Wärmespeicher und geben die Wärme auch nach innen ab. Die Dämmung (zB Glaswolle oder Steinwolle) hält die Wärme aber nur 4-5 Stunden ab, dann wird es auch innen warm.

Beim Fenster hat es die Sonne aber sehr einfach, egal ob doppelt oder 3-fach verglast, oder was auch immer. Die Wärme kommt durch das Sonnenlicht ins innere und erwärmt euren Fußboden und Innenwände. Der Fußboden speichert die Wärme dann auch noch….und es wird schnell viel wärmer als man möchte.

Ich habe gerade vor 4 Tagen bei voller Sonne eine kleine Messreihe im Erker gemacht. Der Erker war zu 75% mit einem Sonnenschirm (draußen) abgedeckt und 25% bekam die Sonne ab. Der Fußboden ohne Schutz vor der Sonne war 12 Grad wärmer als der beschattete Fußboden.

An den heißen Tagen hier im Norden, war mein Büro im Spitzboden immer so warm wie draußen, oder sogar wärmer.
Das Smarthome zeigt das schön an. Draußen 34 Grad, Dachboden 38 Grad, Obergeschoß 27 Grad, Erdgeschoß 25 Grad.

Klar in der Dachspitze sammelt sich ja auch die Hitze, die im Dach aufsteigt und schlägt dann nach innen durch.

Lösungen gegen die maximalen Temperaturen.

Klimaanlage

OK, habe ich nicht und möchte ich nicht. Außerdem Kosten und Lärm (Doppelhaus und Dach eigenen sich nicht für Klimaanlagen im Spitzboden)

Fensterläden oder Fenster-Rolläden

Wurde beim Bau vor 30 Jahren nicht bedacht und heute von außen nachrüstbar, aber optisch nicht der Hammer.
Auch wenn man jetzt VELUX Jalousien (Empfehlung) im Dach montieren würde (sollen 92% der Wärme durch das Fenster verhindern). Muss man erstmal etwas Geld ansparen und dann einen Handwerker finden.
1 VELUX-Solar Jalousie kostet ca. 1000€ inklusive Montage.

Fensterfolien (außen)

Es gibt beschichtete reflektierende Fensterfolien (auch welche, die man Rückstandslos abbekommt), die muss man dann zuschneiden und ohne Blasen von außen auf die Fenster „kleben“. Die Helfen etwas, aber sind natürlich nicht so gut wie eine Jalousie oder ein Rollladen.

Der Nachteil der Folien ist, sie klauen uns Licht. Das wird dann im Herbst und Winter blöd, weil wir das Deckenlicht eher anmachen müssen und es im Winter die Sonnenwärme auch fern hält, die wir benötigen um Heizkosten zu sparen.
Wer möchte schon jedes Jahr die Folien neu kaufen und anbringen….

Notnagel Rettungsdecke

Meine schnelle und einfache Lösung lautet „Rettungsdecke“.

Die sind im Auto-Notfallkasten und auch überall (Tankstelle / Baumarkt) zu bekommen und kosten nur wenig Geld.
Die Folie mit der silbernen Seite nach außen vor das Fenster platzieren und mit etwas adhäsiven Paketklebeband innen am Fensterrahmen befestigen und zu das Fenster.
Wenn man nun nachts lüftet, dann kann die Rettungsdecke am Fenster bleiben und es kommt trotzdem genügend frischere Luft herein.

Das ergibt Mittags hinter der Scheibe (Südseite) einen Unterschied von bis zu 4 Grad!
Die erste Messung liegt hinter der Rettungsdecke, die zweite Messung hinter der normalen Scheibe mit einem Plissee.

Thermometer-Messung hinter dem Fenster (Innenseite links) mit Rettungsdecke
Thermometer-Messung hinter dem Fenster (Innenseite links) mit Rettungsdecke

Thermometer-Messung hinter dem Fenster (Innenseite rechts) ohne Rettungsdecke mit einem Plisse
Thermometer-Messung hinter dem Fenster (Innenseite rechts) ohne Rettungsdecke mit einem Plissee

Die Messungen wurden Mittags bei 26 Grad Aussentemperatur und klarem Himmel mit Sonnenschein aufs Fenster vorgenommen.

Fazit der schnellen „Rettungsaktion“

Ich nutze das Setup nun seit 3 Wochen im gesamten Obergeschoß und es hat uns ca. 2-3 Grad weniger Hitze im Obergeschoß und Spitzboden gebracht. Die Investition für 12 Rettungsdecken und eine Rolle Adhesives Paketklebeband liegt bei knapp 20€.

 

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