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WLAN im Geschäft – Werden wir ausspioniert?

Unser Smartphone haben wir immer dabei, in der Hosentasche, Jackentasche oder Handtasche, …
In vielen Geschäften oder Fast-Food-Restaurants haben wir mit den Smartphones einen schlechten Empfang.

Aber viele Geschäfte, Restaurants und Unternehmen bieten kostenloses und freies WLAN an, welches auch sehr gerne von Kunden angenommen werden.

Aber nicht nur wenn man sich im WLAN anmeldet, sondern auch wenn man nur in Reichweite der WLAN Station ist, könnte dieses ausgewertet werden. Das sogenannte WLAN / WIFI Sniffing und Tracking der Kunden ist auch in Deutschland weit verbreitet.

Wie funktioniert dieses? 

  1. Ein WLAN Gerät (zB auch ein Kunden WLAN AccessPoint) dient auch als Sniffer (Schnüffler). Unser Smartphone WLAN schaut ja immer wo ein WLAN ist um sich zu verbinden, zB: um uns anzuzeigen welche WLAN in Reichweite sind. Das bedeutet auch, dass beide Geräte kurz miteinander kommunizieren. Diese Information wird über die einmalige MAC-Adresse des jeweiligen WLAN-Adapters geführt. Dabei ist auch die Signalstärke des Empfangs messbar und kann zusammen mit der MAC-Adresse und dem Zeitstempel (Datum mit Uhrzeit auf zehntel Sekunde) gespeichert werden
  2. Wenn ein Geschäft nun zB:  in allen 4 Ecken einen WLAN-Sniffer (AccessPoint) hat, dann sehen alle Sniffer die MAC-Adresse meines Smartphones mit Ihrer jeweiligen Signalstärke. Auf der Datenbank, auf der zu jedem WLAN-Sniffer die MAC-Adressen mit Signalstärke und Zeitstempel gespeichert ist, kann man nun mit  Triangulation die Daten auswerten
  3. Wenn man als Kunde das Geschäft wieder betritt, dann kann auch der Zeitliche Aspekt zu der MAC Adresse ausgewertet werden, also wann kommt dieses Gerät typischerweise in das Geschäft und wie bewegt es sich durch das Geschäft, wo bleibt er länger stehen und wo geht es vorbei. Hier kann man gut Product-Placment betreiben.
  4. Wenn der Kunde auch noch die KundenApp hat und sich im Kunden-WLAN anmeldet, dann ist die Datenlage perfekt.
    Der Kunde ist durch die App erkennbar (weil er ja einen Account hat) und sich mit dem Smartphone und seiner MAC-Adresse zu erkennen gibt.

Triangulation (generated by Gemini KI)

Welche Informationen kann das Unternehmen nun gewinnen?

Szenario 1

Gehen wir im ersten Fall davon aus, dass der Kunde keine App hat und sich nicht im Kunden-WLAN angemeldet hat.
Gehen wir mal von einem Supermarkt mit Bäckerei im Eingangsbereich aus.

Nun kommt der Kunde zum Bäcker und kauft jeden morgen zwischen 07:30 und 07:45 beim Bäcker ein.
Die Analyse des Supermarktes sieht nun diese MAC-Adresse in dem Zeitbereich täglich und kann das Gerät (Smartphone, SmartWatch, Tablet, …) beim Bäcker orten.

Der Supermarkt sieht natürlich nun, dass Kunden zum Bäcker gehen und sich wahrscheinlich einen Kaffee und Brötchen kaufen. Auch die Verweildauer kann hier erkannt werden.

Wenn solche Kunden mal beim Bäcker stehen und mal am Backshop im Supermarkt, bzw. häufig daran vorbeigehen, dann kann der Supermarkt uns mit Lockangeboten auch mal zum Backshop locken und damit in den Supermarkt, wo wir ggf. noch etwas anderes kaufen. 

Szenario 2

Gehen wir von dem selben Szenario wie im ersten Fall aus, nun aber von Geräten, die sich im Bereich des Supermarktes bewegen.

Nun kann der Supermarkt sehen, wo sich ein Gerät (und damit auch eine Person) im Supermarkt bewegt und wo es/sie länger verweilt und wo es/sie nur vorbeigeht. Gesehen über alle Bewegungen (Pro Tag, pro Monat oder auch nur auf einzelne Zeitraume über Tage und Wochen), ergibt sich ein Muster, eine HeatMap, wo sich Kunden häufig und länger aufhalten oder nur vorbeigehen.

Ein idealer Ort für Product-Placement, oder um Artikel mit höherer Marge zu verkaufen.

Wege durch den Supermarkt (genratend by Gemini KI)

Szenario 3

Wir nehmen nun einen Kunden der sich mit einem Gerät im Kunden-WLAN anmeldet aber keine Supermarkt App hat.

Es gilt das selbe wie in den Szenarien 1 und 2, nur gewinnt der Supermarkt noch informationen über das Gerät. Ein iPhone 11 ist halt älter als ein iPhone 16, ein Samsung A25 kostet weniger als ein ein Samsung S25 oder Google Pixel 10.

Mit diesen Zusatzinformationen kann man ein „social ranking“ erstellen und mit Produktplatzierung abgleichen. Also stellt man sich zB die Frage: „kaufen Personen mit einem Samsung A25 oder iPhone 11 günstigeren Käse, als Personen mit einem Samsung S25 oder iPhone 17?“.

Wenn sich nun noch weitere Geräte mit dem angemeldeten Gerät bewegen (Tablet oder Smartwatch), kann man weitere „soziale Faktoren“ hinzu nehmen.

"social ranking" (generiert mit Gemini KI)

Szenario 4

Steigern wir uns und kommen zu dem Kunden der auch die Supermarkt App hat.

Wow nun geht es ab. Mit der Supermarkt-App kann die App mit dem angemeldeten WLAN, oder auch ohne angemeldetem WLAN (dann halt 5G) dem Supermarkt sagen „Ich bin da, verfolgt mich“.

Nun kann der Supermarkt das Bewegungsprofil des Gerätes einer echten Person zuordnen. Die Informationen können zB. lauten „Lieschen Müller mit ihrem iPhone 11 bewegt sich wie folgt durch den Supermarkt und zwar immer Freitags.“

Dazu kommt noch der Supermarkt Rabatt für Artikel oder Bonuspunkte etc., weswegen man natürlich immer an der Kasse den App-Code scannt. Nun weiß der Supermarkt was Du kaufst. Juchhe, „Lieschen Müller hat also ein iPhone 11, kommt immer Freitags zwischen 17:00 und 18:00, verweilt im Supermarkt etwas bei den Bio-Artikeln, von Käse, Youghurt, Brot und Pizza“. An der Kasse sehen wir, das sie auch immer solche Artikel in BIO kauft und zwar bei den höherpreisigen Artikeln….. Jetzt haben wir ein tolles Profil und versuchen Sie über Aktionen in der App auch zu anderen Bio-Artikel zu locken (Gutscheine) oder wir generieren aus vielen Besuchern ein optimales Produkt-Placement für ein neues Bio-Produkt am Markt.

"social ranking" und Auswirkungen auf Käufe - generiert mit GEMINI Ki

Auch ein „möglicher Diebstahl“ oder nicht überzeugende Standorte im Supermarkt können erkannt werden. Wenn „Lieschen Müller“ im Profil mal an einem Punkt verweilt (bei den Schokoriegeln), aber nie welche kauft, könnte das Diebstahl sein, oder ein innerer Schweinehund, der überwunden werden muss….

Schlussfolgerungen gibt es viele.

Wenn man dann auch in anderen Supermärkten der Kette in anderen Städten einkauft. Sagt auch das etwas über entweder Reisetätigkeit im Umfeld des Jobs oder von Freizeit aus und dient noch mehr „social ranking“.

Und was ist mit Bluetooth? 

Bluetooth ist wie WLAN, es will sich verbinden. Mit Bluetooth kann man das (zumindest mit Szenario 1 und 2) genauso machen. Da Bluetooth eine geringere Reichweite hat müssen mehr „AccessPoints“ vorhanden sein, aber man kann das selbe abbilden.

Fazit:

Die Kundschaft wird sehr transparent, das Unternehmen kennt die Wege der Kundschaft, kennt HotSpots im Geschäft (wo stehen die Kunden länger) und mit der App auch das Kaufverhalten.

Das Unternehmen kann margenträchtige Produkte besser platzieren, oder neue Produkte so platzieren und dann auch messen, ob die Kundschaft sich dafür interessiert, oder bei Preisangeboten sehen, ob Kunden dann an dieser Stelle häufiger zugreifen…..

Und die Zukunft? Wenn eine Supermarkt-App dann auch (wie bei IKEA schon heute möglich) das Produktscanning im App-Warenkorb am Regal möglich ist, kann ich die Preisschilder dynamisch anpassen, je nach social ranking des Algorithmus, und so den Gewinn für den Supermarkt optimieren, oder sozial schwächere bevorteilen (eher unwahrscheinlich).

Vieles ist möglich und die Technik ermöglicht vieles und es werden mehr Daten gesammelt. Was ist mit der DSGVO?
In dem WLAN-Zugang / der App stimmen wir zu (irgendwo im Kleingedruckten). Ohne WLAN-Anmeldung gilt die MAC-Adresse nicht als personenbezogene Daten und dürfte (nach meiner Interpretation) als Daten von Interesse gespeichert werden.

Wer das nicht möchte, der sollte im Supermarkt das WLAN und Bluetooth deaktivieren (ausschalten), oder sich zumindest nicht im Kunden-WLAN anmelden, bzw. die App nicht installieren.

PS:

Was passiert wenn diese Informationen aller Unternehmen zusammengespielt werden? Das MasterMind / eine KI / HALO / …  kann dann sehen wer, wann, wo, was kauft / besucht, … und könnte sogar eine kleine Stadtplanung daraus ableiten… Wollen wir das? 

Wer das nicht möchte der nutze die Supermarkt Apps nicht und deaktiviere WLAN und Bluetooth im Supermarkt.
Leider fällt das Daten sammeln gerade bei den sozial schwächeren meist leichter, denn mit Gutscheinen und Sammelpunkten werden diese besonders geködert. 

Hinweis: Alle Bilder des Artikel wurden mit KI von GEMINI generiert.

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